Eine angeklagte Klimaaktivistin trifft auf den ehemaligen Chef des Verfassungsschutzes: Die Autorin und Aktivistin Mirjam Herrmann liest aus ihrem Essay Protest und diskutiert im Anschluss mit Thomas Haldenwang, dem früheren Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz, sowie mit dem Publikum.

Mirjam Herrmann war an Aktionen wie der IAA-Blockade in München und der Barberini-Protestaktion in Potsdam beteiligt. Als Juristin baute sie Rechtshilfestrukturen für Klimaaktivistinnen und -aktivisten auf – bis sie selbst verurteilt wurde und sich entschied, ihre Ersatzfreiheitsstrafe anzutreten. Zudem ist sie Betroffene eines Verfahrens wegen des Vorwurfs der Bildung einer kriminellen Vereinigung – ein brisanter Präzedenzfall in Zeiten zunehmender Kriminalisierung von Protest.

Dem gegenüber steht Thomas Haldenwang, der als oberster Verfassungsschützer Deutschlands die Letzte Generation nicht als extremistische Bestrebung eingestuft hat – und damit eine differenzierte, politisch wie gesellschaftlich umstrittene Sicht auf zivilen Ungehorsam vertrat.

Ausgehend von Herrmanns persönlichen Erfahrungen im Gefängnis stellt der Abend grundlegende Fragen:
Was darf Protest? Wer legt seine Grenzen fest? Wann wird Widerstand zur Pflicht – und wann zum Risiko? Und wie lässt sich Natur nicht nur verteidigen, sondern als gemeinsamer Lebensraum neu begreifen?

Die Veranstaltung wird vom Jugendring Wuppertal e.V. im Rahmen der Themenreihe „Es lebe die Freiheit!“ organisiert.
Eine Diskussion über Macht, Recht, Gewissen – und die Zukunft politischen Protests.