Nein Danke
Das Sohn
Mauzmon
Unbreakable Daani

Zum dritten Mal in Folge spielt die schlechteste Jazzband Westdeutschlands „Das Sohn“ nun ihre Oktobershow im LOCH. Und zwar mit hohen Gästen, den Erfinder*innen des Acid Punks „Nein Danke“. Was die taz und Linus Volkmann gut finden, könnt ihr zwar schlecht finden – aber dann wählt ihr wahrscheinlich eh CDU.

Während ihr euch beim Drink des Monats (Bier) darüber streitet, ob das jetzt alles Elektro-Punk, NDW, Punk, Post-Punk oder alles gleichzeitig ist, legen Mauzmon und Unbreakable Daani Hits von gestern, heute und morgen auf - und zwar so gut, dass ihr an dem garantiert flaggenfreien Abend lieber tanzt.

Johnny Rotten hatte recht (aber wirklich nur hier) - wir haben trotzdem Spaß: No Future Just Fun.

DAS SOHN
Die zwei schlecht gelaunten Millionärstöchter Köwi & Egen können zwar weder singen noch Gitarre spielen aber als ihnen am Rotfront Tresen im AZ gesagt wurde, dass sie gemeinsam aussehen wie eine coole Provinz-Indieband, haben Sie sofort ihre Jobs als Gastautoren bei der Welt gekündigt und sich Audacity runtergeladen.

Mittlerweile tourt das dynamische Duo zwischen Elberfeld West und Herne Süd und hinterlässt unverschämte Spesen Forderungen und schlechte Google-Rezensionen in allen Venues des Landes.

NEIN DANKE:
Kleine Pause, große Pause, Menopause, Tod!
Kleine Pause, große Pause, lila Pause, Menopause: So stellen sich Nein Danke seit der Debüt-EP „Acid Punk“ (2022) ihrem Publikum vor und stecken damit gleich den thematischen wie musikalischen Rahmen des Songmaterials ab.

Das Duo aus Neuwied zockt feministischen Elektro-Punk, der sich rotzig programmierter Drums und Synths bedient, um die doppeldeutigen, semi-nihilistischen Texte artgerecht zu untermalen. Mittelfinger schießen hier wie Fliegenpilze aus dem Boden; Widersprüche werden zu Wahrheiten. Auf den kraushaarigen Steckenpferden der neuesten Neuen Deutschen Welle reiten die beiden Punks der letzten Stunde also in den Sonnenuntergang des Patriarchats – anonym, angepisst, angstfrei. Wegen solcher Bands wurde einst Audiolith gegründet, wusste schon Linus Volkmann hier zu attestieren. Mit „Ich weiß nicht, wo ich bin“ (2024) geben Nein Danke dieser Diagnose Recht und gleichzeitig einen feuchten Dreck auf alle Erwartungshaltungen neunmalkluger Feuilletons und die Verwertungsmechanismen einer bankrotten Kulturindustrie. Das Label ist egal, der Wille aber zählt. Ob wir bereit dafür sind? Ja bitte!
(Nils Schlechtriemen)

Das Sohn
Das Sohn - Kein Spaß